Dienstag, 13. Oktober 2015

Der 1. Urlaub nach der Bauzeit

Da wir während der Sommermonate gebaut haben und meine 3-wöchigen Betriebsferien für den Umzug draufgegangen sind, konnten wir uns in diesem Jahr bisher leider noch keinen Urlaub gönnen.
Der jährliche Urlaub ist mir eigentlich heilig, da spare ich das ganze Jahr jeden Monat einen kleinen Betrag für, um mich dann auf eine schöne Woche freuen zu können. Dieses Jahr ging es nunmal zeitlich im Sommer nicht, sodass wir unseren Urlaub nun während unseres 3. Hochzeitstages nachgeholt haben.

Mein Mann ist ja werktags immer außerhalb im Hotel untergebracht und kann dort glücklicherweise Bonuspunkte sammeln, die er dann in div. Hotels der gleichen Kette gegen Gratisübernachtungen eintauschen kann.
Toll, so sparen wir uns das Geld aus der Urlaubskasse fürs Hotel und können uns stattdessen vor Ort was schönes gönnen und außerdem vor Weihnachten noch 2 Tage mit meinen Eltern nach Dresden fahren.

Nun haben wir also geguckt, wohin wir denn mal fahren könnten. Die Auswahl war ja etwas eingeschränkt, da wir nur nach Städten mit Hotels der gleichen Kette gesucht haben und diese dann auch noch ein Zimmer zum richtigen Zeitraum frei haben mussten.
Gar nicht so einfach, letztendlich sind wir bei der Suche aber auf das Städtchen Gotha gestoßen, welches uns vorher noch nicht soviel gesagt hat. Also mal etwas rumgegooglelt und festgestellt, dass diese kleine Stadt in Thüringen genau nach unserem Geschmack ist, da es in der Umgebung viele Schlösser, Parks und Altstädte zu sehen gibt. Also haben wir gebucht und gehofft, dass es uns dort gefällt.

Am Freitagmorgen ging es dann los, mit dem Auto Richtung Thüringen, zuerst über div. Autobahnen und den Rest dann ,,über Land'' in für uns ganz ungewohnt bergige Gebiete.
Wir kommen ja aus dem platten Norddeutschland, sodass es für uns schon ziemlich aufregend war diese kurvigen Bergstraßen hoch und runterzufahren, aber mein Mann hat die Herausforderung sehr gut gemeistert.

Wir waren etwas zu früh in Gotha, unser Zimmer war noch nicht bezugsfertig, sodass wir uns die Wartezeit mit einem kleinen Spaziergang vertrödelt haben.
Als wir unser Zimmer bezogen hatten, ging es gleich mit dem Auto in die Stadt. Zum Glück konnten wir einen kostenlosen Parkplatz vor dem Herzoglichen Museum finden, von dem aus alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß gut erreichbar waren.
Leider regnete es, aber das hat uns an der Stadterkundung nicht gehindert. Wir haben einfach unsere Schirme mitgenommen und erstmal den Park angeschaut und sind hinterher in die Altstadt gegangen.



Die Altstadt Gothas gefiel uns sehr gut, viele schöne Häuser und besonders die Wasserkunst war ganz nach unserem Geschmack. Auch das rote Rathaus, das wir anfangs für eine Kirche hielten, sieht echt toll aus.




Irgendwann hörte es dann zum Glück auf zu regnen und wir machten uns auf, hoch zum Schloss Friedenstein, dass aber leider schon geschlossen hatte. Wir konnten uns also nur den Innenhof anschauen, der aber sehr schön aussah.



Dann haben wir erstmal die Schirme ins Auto gebracht und sind im Schlosspark umherspaziert.
Zu dieser Jahreszeit sah es dort richtig toll aus, überall schön gelbe und rote Blätter, einfach wunderschön anzugucken.





Besonders gut hat uns natürlich der Lustgarten der Anlage gefallen, da uns die Symmetrie und die Farbenfrohheit solcher Gärten immer sehr beeindruckt.
Trotz der späten Jahreszeit blühte es noch schön im Lustgarten und die meisten Pflanzen waren noch draußen. In der nebenliegenden Orangerie herrschte noch gähnende Leere.




So langsam wurde es dunkler und wir bekamen Hunger. Also sind wir durch den Park zurück zum Auto am Herzoglichen Museum gegangen und haben das Navi auf Richtung Hotel eingestellt.
Diese Ansicht vom Navi fanden wir so toll, dass ich sie unbedingt bildlich festhalten musste:


Da wir keine Lust mehr hatten ein Restaurant in der Altstadt zu suchen, haben wir uns für das Hotelrestaurant entschieden, welches recht gute Bewertungen bei Holidaycheck hat.
Wir hatten Glück, denn wir waren an diesem Abend die einzigen Restaurantgäste, sodass wir die freie Platzwahl hatten und schnell bedient wurden.
Da wir nicht so einen richtig großen Hunger hatten, habe ich nur Spagetti mit Ruccola, Tomaten und Schafskäse bestellt und war sehr überrascht, als ich eine sehr große Portion erhalten habe. Naja, mein Mann hat zum Glück meine Reste auch noch aufgegessen.

Nach dem Essen sind wir einfach nur aufs Zimmer gegangen, ausgehen ist nämlich  nicht so unser Ding, und haben gemütlich unsere freitagslichen Lieblingssendungen auf dem ZDF geschaut.

Am Samstag, unserem 3. Hochzeitstag, haben wir erstmal ausgiebig im Hotel gefrühstückt und sind dann nach Weimar aufgebrochen.
Zuerst waren wir am Schloss Belvedere und im dazugehörigen Schlosspark.
An diesem Tage war strahlender Sonnenschein, aber es war bitterkalt geworden. Leider hatten wir keine Handschuhe dabei, was etwas blöd war.

Schloss Belvedere ist ein sehr hübsches, kleines Schlösschen, dass auch ein Musikgymnasium beherbergt.
Der dazugehörige Park ist zwar nicht sehr groß, aber nett angelegt und man kann dort gut spazieren gehen und hat eine tolle Aussicht auf die Gegend.



Da wir ja Hochzeitstag hatten, habe ich ein kleines Geschenk für meinen Mann und mich besorgt: Leckere Macarons, die wir gemeinsam im russischen Garten genossen haben.

Lustig fanden wir diesen Baum, den wir im Park gesehen haben:





Unsere nächste Station war der Landschaftspark am Schloss Tiefurt. Ein riesiges Gelände, wunderschön anzusehen.
Hier sind wir sehr lange einfach nur spazieren gegangen und haben den sonnigen Herbst genossen. Es war fast niemand im Park, sodass wir dort schön unsere Ruhe hatten und alles bewundern konnten.
Gut, dass ich meine Walkingschuhe anhatte, denn im hinteren Teil das Parks ging es ganz schön bergauf.

Die Sonne ließ die Blätter der unzähligen Bäume so schön aufleuchten, es war eine wahre Freude durch den Park zu schlendern.







Da es bereits nach Mittag war, haben wir uns aufgemacht in die Innenstadt von Weimar.
Gar nicht so einfach einen geeigneten Parkplatz zu finden, da aufgrund des Zwiebelmarktes vieles überfüllt oder gesperrt war.
Eigentlich hatten wir uns im Navi einen P+R Parkplatz rausgesucht, den wir aber irgendwie nicht finden konnten, da die Ausschilderung auf einen Parkplatz voller Busse wies.
Zum Glück haben wir dann einen Parkplatz auf einem Firmengelände gefunden, der uns zwar 5 Euro gekostet hat, aber fußläufig zur Innenstadt lag.

Als wir in der Innenstadt angekommen waren, wären wir am liebsten rückwärts wieder umgedreht, aber da wir ja gerade für einen Parkplatz bezahlt hatte, wollten wir diesen auch nutzen.
Wegen des Zwiebelsmarktes war die Stadt total überfüllt und dann fand auch noch zeitgleich ein Stadtlauf statt. Es war kaum ein durchkommen, alles war voller Menschenmassen. Überall wohin man ging, kam man immer wieder an die Laufstrecke und diese durfte man nur an bestimmten Punkten passieren, immer erst nach Anweisung der Ordner, um die Läufer nicht zu behindern.
Wenn wir das vorher gewusst hätten, wären wir gar nicht erst nach Weimar gefahren, denn so Menschenmassen sind nicht so unser Ding und wir sind da auch schnell genervt.

Irgendwie haben wir uns dann aber doch durch die Altstadt gekämpft und konnten feststellen, dass diese sehr hübsch anzuschauen ist. Schade, dass wir am falschen Wochenende da waren.

Diese lustigen Geschöpfe haben wir z.B. in der Stadt entdecken können:



Nachdem wir genug vom Gedrängel hatten, sind wir noch ins Einkaufszentrum gegangen, wo es allerdings auch nicht wirklich leerer waren.
Wir sind noch ein bisschen durch die Geschäfte geschlendert und haben dann beschlossen zurück zum Auto zu gehen und in Gotha ein nettes Restaurant zu suchen, um unseren Hochzeitstag zu feiern.

Wir waren dann letztendlich bei einem netten Italiener im Ratskeller, direkt gegenüber dem roten Rathaus.
Das Essen war sehr, sehr lecker und vor allem echt schnell fertig. So schnell hatten wir noch gar nicht damit gerechnet, vor allem da das Restaurant nicht gerade leer war.
Für mich gab es noch einen leckeren Hugo, für meinen Mann ein Radler, also alles was wir wollten.

Am Sonntag sind wir nach dem Frühstück nach Eisenach gefahren um uns die berühmte Wartburg anzuschauen. Zum Glück waren wir rechtzeitig da und konnten noch einen Parkplatz unterhalb der Burg gekommen.
Ich habe wieder meine Walking-Schuhe angezogen und dann sind wir den Fußweg zur Burg hochgestiegen. Es waren viele Stufen zu erklimmen, aber nach ca. 15 Minuten sind wir oben angekommen.

Wir sind erstmal um die Burg herumgegangen und haben uns die tolle Aussicht angeschaut. Die Burg liegt ja sehr hoch, sodass man weit gucken konnte.
Es war so kalt, aber das war uns egal, denn die Wartburg ist einfach beeindruckend.






Wir haben uns dann Karten für die große Führung durch Palais, Meseum und Lutterstube gegönnt, sowie eine Fotoerlaubnis.
Da die Führung erst 15 Minuten später losging, haben wir uns noch den Innenhof angeschaut und Postkarten an unsere Omas verschickt.






Die Burgführung durch das Palais war echt schön. Die Führerin war eine junge Dame unseres Alters und hat alles verständlich erklärt und wirkte sehr sicher mit dem Fakten. Wir haben viel über den Bau der Burg, dem Leben damals und auch über den berühmten Martin Luther und Elisabeth von Thüringen erfahren.

Besonders beeindruckend war ein Raum, der reich mit Mosaiken verziert war, die das Leben der Elisabeth von Thüringen darstellten.


Nachdem wir draußen noch etwas die Aussicht auf die Burg genossen haben, sind wir über den Fußweg wieder nach unten zum Parkplatz gegangen.


Mit dem Auto sind wir dann noch kurz zum Burschenschaftsdenkmal gefahren, zum Glück war es dort schön leer, sodass wir gut parken konnten.
Das Burschenschaftsdenkmal ist beeindruckend hoch und steht auch auf einem Berg, sodass es von weithin sichtbar ist.



Unsere nächste Station an diesem Tage war die Altstadt von Eisenach, die zum Glück nicht so überlaufen war.
Wir haben uns in Ruhe umgeschaut und sind durch die kleinen Straßen gegangen und waren beeindruckt von den vielen schönen, alten Häusern.
Eigentlich wollten wir hier irgendwo Kuchen essen, aber wir haben nicht so recht was gefunden, weil die meisten Lokale noch den Mittagstisch ausgeschildert hatten und wir keine Lust hatten so reinzugehen.






Da wir aber auch noch nach Erfurt wollten, sind wir dann irgendwann wieder zurück zum Parkhaus gegangen, was uns unglaubliche 0,40€! gekostet hat!
Wow, das nennen ich mal einen Schnäppchenspreis, oder?

In Erfurt gab es zum Glück auch direkt am Dom ein großes Parkhaus, sodass wir es auch dort leicht hatten.
Blöderweise war auch hier ein Markt, nämlich das Erfurter Oktoberfest, aber der war bei weitem nicht so überlaufen wie der Weimarer Zwiebelmarkt.

Wir sind dann zuerst mal hoch zur Zitadelle, eine riesige alte Festung quasi mitten in der Stadt.
Die Anlage war echt beeindruckend und man hatte von dort aus einen tollen Blick auf den Dom, die Severikirche und das Oktoberfest.
Leider konnte man die einzelnen Gebäude der Zitadelle nicht besichtigen, aber der Aufstieg hat sich dennoch gelohnt, denn es ist echt schön da oben und der Ausblick ist einfach toll.






Wir sind dann wieder runtergegangen und die Treppen zum Dom und Severikirche hochgestiegen und haben den Dom sogar von innen besichtigt, obwohl wir evangelisch sind katholische Kirchen für uns immer so ,,fremd'' wirken.
Wow, der Dom war echt riesig von innen (aber natürlich nicht so riesig wie der Stephansdom in Wien) und hat uns sehr beeindruckt.
Da an diesem Abend irgendeine Preisverleihung für Orgelspieler stattfand, fing auf einmal irgendwer an auf der Orgel zu spielen. Ich habe mich sehr erschrocken, es war echt gruselig diese laute Orgel im riesigen dunklen Dom zu hören.





Als wir wieder draußen waren, ging es los auf eine große Tour durch die Altstadt .... ich hoffe ich langweile Euch nicht.... denn für uns war das alles sehr interessant und wir waren erfreut, dass wir so viele schöne Orte während unseres Urlaubs besuchen konnten.

Erfurt ist ebenfalls eine sehr schöne Stadt und es gab eine Menge zu gucken.
Da wir nacj diesem langen Tag keine Lust mehr hatten ein Restaurant zu suchen, sind wir noch über das Oktoberfest gegangen und haben dort Thüringer Rostbratwurst, Schafskäse im Fladenbrot und Crepes gegessen und sind dann satt nach Gotha zurückgefahren.

Am Montag haben wir noch einmal gut im Hotel gefrühstückt und sind nach dem Auschecken gemütlich über Land zurückgefahren, weil wir noch eine Zwischenstation an der Okertalsperre, nahe Goslar im Harz einlegen wollten.
Wieder sind wir abenteuerlich rauf und runter durch die Berge gefahren und hatten einen tollen Ausblick.

An der Okertalsperre herrschte auch schöner herbstlicher Sonnenschein, aber es war doch sehr kalter Wind, sodass wir dort nur ca. 30 Minuten verblieben sind und uns dann auf den Heimweg gemacht haben.








Gegen 17.00 Uhr waren wir dann endlich wieder zuhause und sind erstmal rüber zu meinen Eltern gegangen und haben danach unsere Koffer ausgepackt und den von meinem Mann gleich wieder ein, weil er heute gleich wieder nach Bielefeld abgereist ist.

Ich hoffe, Euch hat mein kleiner Urlaubsbericht gefallen, auch wenn er etwas ,,offtopic'' auf einem Baublog ist.

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