Mittwoch, 18. April 2018

Heizkosten mit Wärmepumpe

Werbung wegen Markennennung !!!
Alles selbst gekauft und bezahlt !!!
Keine Kooperation !!!


Kürzlich wurde ich von einer Leserin gefragt, wieviel Strom unsere Wärmepumpe verbraucht, daher möchte ich nun mal einen ausführlichen Bericht darüber verfassen.

Vor über 1,5 Jahren gab es schon mal einen Post mit ähnlichem Thema klick, jedoch bezog sich dieser auf das 1. Jahr im Neubau, wo ja stärker geheizt wird um das Haus trocken zu bekommen.

Mittlerweile wurden einige Einstellungen unserer Heizung (Luft-Wasser-Wärmepumpe Tecalor THZ304 eco) geändert, sodass diese wesentlich weniger Strom für Heizung, Warmwasser und Lüftung benötigt.

Zu diesem Thema ist grundsätzlich zu sagen:

Wir heizen ausschließlich über die Wärmepumpe per Fußbodenheizung, haben also keinen zusätzlichen Ofen und auch keine anderen Wärmequellen.
Außerdem haben wir weder Solar zur Warmwasserbereitung und auch keine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung, wir kaufen also den Strom für die Wärmepumpe sowie den normalen Haushaltsstrom also zu 100% ein.

Außerdem ist noch zu erwähnen, dass wir 2 separate Stromzähler haben, einen für die Wärmepumpe und einen für den restlichen Haushaltsstrom.
Wir können also genau unterscheiden, wieviel Strom wir durch unsere Wärmepumpe für Heizung, Warmwasser und Lüftung verbraucht haben und wieviel für den Haushalt (Lampen, Elektrogeräte, usw.).

Durch die 2 separaten Stromzähler haben wir die Möglichkeit unterschiedliche Stromanbieter und Stromtarife für Heizung und Haushaltsstrom auszuwählen.
Der Stromzähler für unsere Wärmepumpe ist außerdem noch aufgeteilt in Tagstrom (HT) und Nachstrom (NT), wodurch wir spezielle Wärmepumpentarife nutzen können, die günstigere Preise anbieten.
Mein Mann vergleicht nach jeder Stromabrechnung die Strompreise bei Verivox und wechselt dann ggf. den Anbieter für Haushalts- und/oder Wärmepumpenstrom, wenn sich gut was einsparen lässt (nicht jedoch für wenige Euro, da lohnt sich der Aufwand nicht).

Zurzeit beziehen wir unseren Wärmepumpenstrom bei E.ON und  zahlen einen monatlichen Abschlag von 70€, jedoch bekommen wir mit der Stromabrechnung bisher immer eine Erstattung.
Wir setzen den Abschlag lieber etwas höher um einen Puffer für evtl. kalte Winter zu haben und bekommen dann ggf. mit der Abrechnung eine Erstattung, als von einer Nachzahlung überrascht zu werden, nur um monatlich ein paar Euro mehr in der Tasche zu haben.

Ich finde 70€/Monat für Heizung, Warmwasser und Lüftung in einem 154m²-Haus schon OK, vor allem weil wir ja sonst keine zusätzliche Wärmequelle haben und auch lieber etwas wärmer heizen (Bad z.B. 23°C). Nur um zu frieren ist es uns nicht wert ein paar Euro einzusparen durch niedrigere Heizungseinstellung.
Klar ließt man immer mal irgendwo das manch andere Wärmepumpen-Besitzer 50€ oder sogar weniger im Monat für Heizkosten bezahlen, aber die haben dann oft auch noch zusätzlich einen Ofen. Außerdem bekommen wir ja wie gesagt immer eine Rückzahlung, sodass wir im Endeffekt auch bei unter 70€ im Monat liegen.

Und, noch mehr Bla-Bla zum Thema Wärmepumpe:

Ich lese die Zählerstände nach wie vor an jedem 30. des Monats ab, habe wir dazu im Handy eine Erinnerung abends um 18 Uhr eingerichtet, damit ich es nicht vergesse.
Dabei lese ich die Zählerstände von Wärmepumpe und Haushaltsstrom ab und trage diese in eine Liste ein, die bei mir im Zählerkasten hängt und rechne dann den Verbrauch aus.
Jedoch unterscheide ich bei der Wärmepume nicht noch in HT und NT, sondern notiere nur den Gesamtverbrauch.

Nach dem 1. Winter hatten wir einen Techniker von Tecalor im Haus, der die Einstellungen der Wärmepumpe nach unten geregelt hat, da nicht mehr so hohe Leistung zum Trockenheizen benötigt wird. Dies wurde bei uns etwas früher als üblich (normalerweise bei der 1. Wartung durch einen Heizungsfachbetrieb) gemacht, weil wegen Problemen mit der Lüftung sowieso ein Mitarbeiter des Herstellers Tecalor bei uns im Haus war, der das dann gleich mitgemacht hat.
Ca. ein halbes Jahr später hatten wir immer noch Probleme mit der Lüftung (nachzulesen in diversen Posts), weswegen ein Techniker von Stiebel Eltron (Mutterfirma von Tecalor) bei uns war (der das Problem dann auch durch ein simples Softwareupdate endlich lösen konnte). Dieser hat die Anlage dann noch etwas weiter runtergestellt, sodass wir seitdem noch etwas weniger Strom verbrauchen.

Unsere Wärmepumpe läuft übrigens ganzjährig im Automatik-Modus, wir verändern bei den Einstellungen selbstständig nichts, außer gelegentlich mal die Lüftung auf AUS, bei z.B. Osterfeuer oder Silvester um den Rauch nicht ins Haus zu lassen.
Die Lüftung läuft bei uns im Tag- und Nachtbetrieb immer auf Stufe 1, das ist für uns absolut ausreichend, Luftqualität ist gut und höher nicht nötig, weil die Luft sowieso eher zu trocken ist (ca. 30%, oft sogar niedriger wenn es draußen sehr kalt ist). Im Hochsommer werden wir die Lüftung aber tagsüber wieder auf Stufe 0 ausschalten um die heiße Luft nicht ins Haus zu lassen, und dafür nachts, wenn es draußen kühler ist, auf Stufe 2 Lüften.

So, und nun mal zu den konkreten Verbräuchen:

Ja, das war jetzt genug Bla-Bla, ich hab eh schon viel zu viel geschrieben, hoffentlich ließt sich das überhaupt jemand komplett durch, nun kommen wir endlich zu unseren Verbräuchen, die ich wie gesagt jeden Monat notiere (ich habe mir dazu eine Excel-Liste angelegt um auch die Monate der letzten Jahre miteinander vergleichen zu können).

Durchschnittlich haben wir im vergangenen Jahr 2017 monatlich ~ 260 kWh Strom durch die Wärmepumpe für Heizung, Warmwasser und Lüftung verbraucht (Jahresverbrauch 2017: 3.102 kWh geteilt durch 12 Monate).

In den ,,wärmeren'' Wintermonaten verbrauchen wir meist so um die 450 kWh Strom, in den ,,kälteren'' Wintermonaten auch mal 100 kWh mehr, also um die 550 kWh.
In den Sommermonaten um die 70kWh (Warmwasser + Lüftung), in der Übergangszeit ein Mittelwert.

Hier mal meine Verbrauchstabelle der letzten Jahre:


Der Dezember war in den letzten Jahren bei uns eher zu warm.
Januar 2016 und 2017 zu kalt, Januar 2018 zu warm.

Standort unserer Anlage: Norddeutschland, Nähe Bremen

Ich hoffe dieser kleine Bericht über den Stromverbrauch der Tecalor THZ304 eco war aufschlussreich. Falls Ihr weitere Fragen habt, könnt ihr gerne einen Kommentar hinterlassen.

Ich bin mit dem Verbrauch unserer Heizung vollkommen zufrieden, evtl. ließe sich das aber noch etwas optimieren, wenn man die Zeiten der Warmwasseraufbereitung einschränken würde. Wäre natürlich sinnvoll, da wir meist tagsüber eh  nicht zuhause sind und der Speicher ja auch recht groß ist, aber ehrlich gesagt haben wir uns damit noch nicht weiter beschäftigt.

Mal sehen was die nächste Stromabrechnung im August ergibt, ich hoffe mal, dass wir wieder eine Erstattung erhalten werden.

1 Kommentar:

  1. Hallo Teyla! Vielen lieben Dank für deine Berichte. Wir stehen gerade auch vor unserem Bauvorhaben und finden solche Berichte super wertvoll!! Lieben lieben Dank :)

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